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04.09.2010 :: ::
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Sprachschulen im Ausland

Spanisch lernen macht am meisten Spaß, wenn man es vor Ort angeht. Es gibt eine Unzahl an Möglichkeiten, die Sprache im spanischsprachigen Ausland zu erlernen. Wer sich keine lange Auszeit nehmen kann oder möchte, aber trotzdem einen schnellen Lernerfolg anstrebt, sollte einen Sprachurlaub buchen. Auf dem Markt gibt es eine unüberschaubare Zahl von Sprachschulen. Viele dieser Schulen haben sich zu großen Ketten zusammengeschlossen und besitzen Niederlassungen im gesamten spanischsprachigen Ausland.

 

Insbesondere in Spanien ist das Bild sehr unübersichtlich und der Vergleich fällt nicht immer leicht. Eine kleine Auswahl an wichtigen Kriterien soll hier vorgestellt werden:

 

- Preis: Nicht immer ist die billigste Schule auch die beste. Falls man es sich leisten kann, sollte man die anderen hier aufgelisteten Punkte höher gewichten.

 

- Größe der Schule: Je größer die Schule, desto einfacher ist die Einstufung in das richtige Leistungsniveau. Während es in der Regel viele Anfängerklassen gibt, ist die Zahl der fortgeschrittenen Schüler meist viel geringer.

 

- Klassengröße: Die wenigsten Schüler werden eine "Clase individual" buchen, sondern ziehen das Lernen in der Gruppe vor. Während einige Schulen Klassen ab 4 Schülern zusammenstellen, formen andere Schulen Klassen mit bis zu 16 Teilnehmern.

 

- Niveaus: Auf wievielen Levels wird die Sprache gelehrt? Die meisten Schulen haben diverse Klassen für Anfänger, aber für die höheren Niveaus kommen manchmal nicht genügend Studenten zusammen, um eine Klasse zu füllen. Jede Schule behandelt solche Fälle anders. Häufig wird man in das nächsttiefere Niveau eingestuft, aber es gibt auch Schulen, die in diesem Fall Einzelnterricht anbieten, wenngleich dann aber die Stundenzahl verringert wird.

 

Die Einstufung passiert häufig am ersten Tag in Form eines schriftlichen und eines mündlichen Tests. Einige Schulen setzen den schriftlichen Prüfungsteil auch ins Internet, damit der Schüler den theoretischen Test schon zuhause erledigen kann und die Ergebnisse schon am Ankunftstag vorliegen.

 

- Waschmöglichkeit: Wer einen längeren Sprachurlaub plant, der muss in dieser Zeit seine Kleidung waschen. Bietet die Schule einen entsprechenden Service an oder sind frei zugängliche Waschmaschinen in der Unterkunft vorhanden, so ist dies für den Schüler eine große Entlastung.

 

- Unterkunft: In der Regel organisieren die Sprachschulen die Unterbringung der Schüler. Man kann meist unter verschiedenen Möglichkeiten wählen. Eine Option ist fast immer die Unterbringung in einer Gastfamilie, eine andere Option die Reservierung eines Zimmers in einer Wohngemeinschaft mit anderen Mitschülern.

 

- Verpflegung: Einige Schulen besitzen kleine Kantinen oder haben gar eine Abmachung mit einem benachbarten Cafe/Restaurant getroffen, welches den Schülern Essen zu ermäßigten Preisen anbietet. Wenn sich der Unterricht auf den Vor- und Nachmittag verteilt, ist dies sehr praktisch. Ein sehr positives Beispiel ist Don Quijote in Salamanca, denn diese Schule hat sogar ein angeschlossenes Cafe, in dem alle Schüler am ersten Abend des Kursbeginns zu einem Willkommensessen eingeladen werden und so schon zu Beginn die Mitschüler und auch Lehrer kennenlernen können.

 

- Schlüsselübergabe: Hat der Schüler ein Appartment oder eine Wohngemeinschaft gebucht, muss er nun irgendwie in diese Räumlichkeiten kommen. Bei den meisten Schulen ist es üblich, dass der Schüler die Schlüssel am Ankunftstag zunächst bei der Schule oder einer angegebenen Kontaktadresse abholen muss. Entspannter ist es, wenn die Schlüssel vor Kursbeginn an die Heimatadresse geschickt werden. Es gibt auch schon Schulen, die ihre Unterkünfte mit elektronischen Schlössern ausgerüstet haben, so dass vorab nur ein Zahlencode übermittelt werden muss. Leider scheitert diese Variante oft an der Tatsache, dass die Schulen die Räumlichkeiten je nach Bedarf anmieten und in diesen Fällen keine Festinstallationen vornehmen können.

 

- Lage der Schule: Während es in den Sommermonaten schön ist, wenn der Strand vor der Tür liegt, ist es ansonsten auch kein Nachteil, wenn sich die Schule im Stadtzentrum befindet. Leider ist es für die Schulen dann jedoch oft schwieriger, Unterkünfte in Schulnähe anzumieten.

 

- Bildungsurlaub: In einigen Bundesländern Deutschlands gibt es für Arbeitnehmer die Möglichkeit, Bildungsurlaub einzureichen. Für den Antrag sollte man darauf achten, dass die Schule zertifiziert ist und die Mindeststundenzahl für den Bildungsurlaub auch in der geplanten Jahreszeit anbietet.

 

- Ausbildung der Lehrer: Fast alle Schulen werben mit der guten Ausbildung ihrer Lehrer. In der Tat können sich die Schulen die besten Lehrer aus vielen Bewerbern heraussuchen. In der Regel sind es junge Leute kurz nach Abschluss des Studiums.

 

- Ausstattung der Schulen: Internetmöglichkeiten bieten fast alle Schulen, auch wenn die verfügbaren Computer in Stoßzeiten selten ausreichen. Es sollen auch schon einige Schulen dazu übergegangen sein, WLAN anzubieten, mit dem sich der Schüler mit dem eigenen Notebook ins Internet einwählen kann und nicht mehr auf einen freien Rechner warten muss. Bibliotheken sind schon Mangelware. Videorekorder für das Anschauen eines spanischen Films stehen meist nur für die Schulstunden zur Verfügung.

 

- außerschulisches Programm: Einige Schulen bieten gar kein Programm an, andere werben gar mit einem 7-Tage-Programm. Dabei ist die Gewichtung sehr verschieden. Entweder stehen soziale Events im Vordergrund oder aber kulturelle/edukative. Große Ketten können es sich leisten, in regelmäßigen Abständen Menschen aus dem politischen oder kulturellem Bereich in die Schulen zum Diskussionsabend einzuladen. In kleineren Schulen ist das Verhältnis zwischen Lehrer und Schülern manchmal so eng, dass man gerne auch mal nach Schulschluss gemeinsam etwas unternimmt.

 

Stefan Pichel