Don Quijote in Salamanca

Don Quijote ist nicht nur ein spanischer Comic-Held, sondern auch der Name einer großen Sprachschulen-Kette in Spanien. 2001 besuchte ich zum allerersten Mal Spanien und zwar konkret für einen Spanischkurs bei Don Quijote in Salamanca. Dort ist übrigens auch der Sitz und die Verwaltung der Schule. Da es für mich der erste Spanisch-Kurs überhaupt war, wollte ich möglichst viel mitnehmen und kombinierte den Kurs mit einer "Unterbringung in einer Familie". Die Anmeldung des Kurses als Bildungsurlaub war problemlos.
Am Bahnhof wurde ich von der Familie abgeholt, die eigentlich nur aus Mutter und Tochter bestand, wobei ich die Mutter an diesem Tag zum ersten und letzten Mal sah. In der großen Wohnung waren noch zwei weitere Sprachschüler untergebracht: ein Franzose und zwei Engländer. Die Tochter selber wohnte in einem winzigen Kämmerlein hinter der Küche, damit wir Sprachschüler die großen Räume nutzen konnten. Hätte ich schon etwas mehr Spanisch gesprochen, hätte ich die Situation wahrscheinlich besser nutzen können. Die Tochter war sehr zuvorkommend und versuchte uns sehr abwechslungsreich zu bekochen, doch waren Unterhaltungen nur sehr eingeschränkt möglich, weil wir Schüler noch kein Spanisch sprachen und sie keine andere als ebendiese beherrschte. Die bei den meisten Schulen angebotene "Unterbringung in einer Familie" halte ich auch weiterhin für eine gute Möglichkeit, intensiv Spanisch zu lernen, aber erst, wenn die sprachlichen Grundkenntnisse bereits vorhanden sind.
Die Schule befindet sich in einem ruhigen Wohngebiet nahe des Stadtzentrums mit dem berühmten und als Treffpunkt der Jugend wichtigen Plaza Mayor. Sie besteht aus mehreren kleinen zweigeschossigen Gebäuden um einen nett angelegten Innenhof herum. Der Schule angegliedert ist ein Cafe, in dem man sich gerne in den Pausen und auch nach der Schule traf. 
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|  Yolanda führt die Exkursion an
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Die Lehrer waren sehr engagiert. Belen, eine der Lehrerinnen, führte beispielsweise eine Exkursion zum örtlichen Markt mit ihren Schülern durch, um die Namen der dort angebotenen Nachrungsmittel zu lehren. Einen Tag später wurde ein großes Koch-Event mit den Produkten veranstaltet, dessen Namen man nun gelernt hatte. So macht Pauken Spaß! Besonderes schauspielerisches Talent zeigte auch Yolanda, eine quirlige junge Lehrerin mit ständig guter Laune, die es tatsächlich schaffte, rein durch ihre Mimik auch noch das komplizierteste spanische Wort für alle verständlich zu machen, so dass selbst der Anfängerkurs während meiner Zeit kein einiziges Mal ins Englische abdriftete.
Die Schule hat für jedes Niveau ein eigenes Lehrbuch. Dieses ist aber so unübersichtlich und nach deutschen Maßstab derart unlogisch aufgebaut und wirr layoutet, dass die meisten Lehrer dieses Buch nur selten verwendet haben.
Die Klassengröße lag meistens bei 5-10. Die meisten Schüler kamen aus Deutschland und hatten gerade das Abitur hinter sich. Allerdings gab es auch Ausnahmen: In meiner Klasse war eine 76 jährige Israelin, die nun ihre 8. Fremdsprache lernen wollte!
In der Schule gab es eine kleine Bibliothek mit spanischsprachigen Büchern und Filmen, die jedem Schüler als Leihgabe zur Verfügung standen. Ein großer Raum mit diversen Computern war sowohl Aufenthaltsbereich als auch Informationszentrum (Internet, Zeitungen, Aushänge).
Da Don Quijote viele weitere Schulen im ganzen Land betreibt, gibt es für alle Schüler gute Möglichkeiten, einen langen Sprachkurs auf verschiedene Orte zu verteilen und trotzdem einen durchgehenden Kurs zu machen, weil die Kursinhalte von der Muttergesellschaft festgelegt sind. Außerdem hilft die Schule bei der Vermittlung von preiswerten Unterkünften in anderen Städten, wenn man als Sprachschüler Exkursionen plant.
Don Quijote bietet ein abwechslungsreiches außerschulisches Programm an. Dabei steht der Bildungscharakter im Vordergrund, d.h. Exkursionen zu historischen Orten, Diskussionsabende mit Politikern, Videoabende mit anspruchsvollen spanischen Filmen, usw.
Abschließend kann ich festhalten, dass der zweiwöchige Kurs bei Don Quijote in Salamanca ein sehr angenehmer und abwechslungsreicher Urlaub war, an den ich mich gerne zurückerinnere. Die Schule kann ich guten Gewissens weiterempfehlen.
Stefan Pichel
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