Tipps für Sprachschüler in Barcelona

Das internationale Flair, welches Barcelona schon seit Jahrhunderten aufgrund seiner geografischen Lage besitzt, zieht jedes Jahr viele Touristen an und ist auch für Sprachstudenten ein beliebtes Reiseziel. Gerade junge Leute sind von der Stadt begeistert und bereiten sich mit einem Sprachkurs auf einen längeren Aufenthalt in Barcelona oder anderen Teilen Spaniens vor. Gegenüber den südlichen Landesteilen ist das Klima in Barcelona ausgeglichen, es gibt keine extremen Temperaturschwankungen wie beispielsweise in Andalusien und ab und zu regnet es auch mal. Dadurch ist eine wunderbare Vegetation entstanden, die man bei Ausflügen in das Umland bewundern kann. Direktflüge von vielen deutschen Großstädten machen die Anreise besonders leicht. Der internationale Flughafen von Barcelona ist mit der Linie A1, die im 6-Minuten-Takt verkehrt, direkt angebunden. Eine Fahrt kostet 4 EUR und dauert bis zum Paza Catalunya im Zentrum nur etwa 20 Minuten.
Wie jede Stadt hat auch Barcelona seine Eigenheiten, die man kennen sollte.
Obwohl sich die Einwohner Barcelonas als Katalanen fühlen und besonders stolz auf ihre eigene Sprache sind, spricht man hier glücklicherweise aber auch (wenn auch etwas widerwillig) Castellano, was man allgemeinhin als Spanisch kennt. Möchte man sich bei den Barcelonesen besonders beliebt machen, sollte man die Andersartigekeit der katalanischen Sprache hervorheben und betonen, dass man kein Wort von ihr versteht. Tatsächlich sind die beiden Sprachen gleichen romanischen Ursprungs und in geschriebener Form sehr ähnlich.
Bei den meisten Sprachschulen kann man zwischen verschiedenen Unterkunftsarten wählen. Da die Mieten im Zentrum jedoch sehr hoch sind, werden Sprachstudenten gerne auch in preiswerteren Stadtteilen untergebracht. Das bedeutet, dass zum eigentlichen Preis für Schule und Unterkunft auch weitere Unkosten für die Metro oder mögliche nächtliche Rückfahrten per Taxi hinzukommen.
Verlaufen kann man sich allerdings nur in der Altstadt, denn die meisten anderen Stadtteile haben eine klare Straßenstruktur. Einige Stadtbereiche sind so künstlich angelegt, dass deren Schachbrettmuster gerne auf Postkarten abgebildet ist. Das macht die Orientierung sehr einfach. Außerdem kann man sich merken, dass Barcelona in einem Tal liegt und einseitig vom Meer begrenzt wird. Das ist besser als jeder Kompass.
Die relativ hohen Energiekosten und das bessere Klima führen dazu, dass die Spanier fast immer unterdimensionierte Heizungen besitzen. Wer in den kälteren Monaten November bis Februar nach Barcelona reist, muss damit rechnen, auch in den Wohnungen zu frieren. Glücklich ist, wer vorausschauend warme Freizeitkleidung für den Fernsehabend eingepackt hat!
Wer mit anderen Sprachschülern zusammen wohnt, wird natürlich selten zum Fernsehschauen kommen. Stattdessen wird man das ausgeprägte Nachtleben Barcelonas genießen. Wer es jedoch ruhig liebt, muss abends auf die Ramblas gehen, da viele Cafes in den anderen Straßen schon um 20 Uhr ihre Pforten schließen. Die Ramblas durchzieht die gesamte Stadt und ist eine große Einkaufsstraße mit einer schönen Fußgängerzone und vielen kleinen Geschäften. Hier sind nicht nur Touristen unterwegs sondern auch viele Spanier flanieren hier täglich.
Möchte man die Nacht zum Tage machen, so hat man eine reichhaltige Auswahl an Diskotheken und Salsa-Clubs, die sich leider erst ab Mitternacht füllen. In jeder Sprachschule liegen Veranstaltungskalender aus. Die Studentenorganisation Erasmus organisiert regelmäßige Partys, die auch für Leute außerhalb der Uni offenstehen. Es ist immer wieder ein Erlebnis, wie viele Menschen in kleine schlauchartige Partykeller passen!
Überhaupt ist Spanien ein lautes Land. Es ist deswegen nicht falsch, genügend Ohropax mitzunehmen! Insbesondere in Studentenapartments mit einer ausgeprägten Partykultur und vielen wechselnden Gästen, die nicht selten auch mal über Nacht bleiben, ist ein Lärmschutz sehr praktisch, wenn man nicht jede Fiesta komplett selbst miterleben möchte.
Es soll sie geben, die Sprachschüler die nach der Schule gewissenhaft ihre Hausaufgaben erledigen und sich mehrere Stunden am Schreibtisch aufhalten. Wenn Sie auch dazu gehören und nicht im anstrengenden Dämmerlicht tappern wollen, so bringen Sie eine eigene Glühbirne mit, denn die Originalbeleuchtung wird maximal 40 Watt sein und in den Supermärkten werden Sie auch keine 100 Watt Birne finden!
Es hat in Deutschland etwas gedauert, bis dass sich Sicherheitsbewusstsein für sichere Drahtlosnetzwerke soweit entwickelt hat, dass alle WLAN-Netze mit WPA verschlüsselt wurden. Diese Entwicklung setzt in Spanien erst noch ein. Viele Sprachschüler profitieren von diesen ungeschützten Netzen, indem sie mit ihren privaten Notebooks die Wifi-Netze der Nachbarn nutzen und beispielsweise über Skype preiswerte Auslandstelefonate führen. Einige Sprachschulen öffnen ihr eigenes WLAN-Netz für die Studenten, so dass die Sprachschüler mit ihren eigenen Notebooks innerhalb der Schule surfen können.
Barcelona kann auch für vorsichtige Touristen ein gefährliches Pflaster sein, da viele Taschendiebe gezielt Ausländer berauben. Leider sind auch brutale Überfälle, die im Krankenhaus enden, nicht selten! Meist passieren diese Übergriffe nach Mitternacht und in kleinen Gassen der Innenstadt. Die Angreifer schleichen sich von hinten an und wenden einen Martial-Arts-Schlag an, der zur sofortigen Bewusstlosigkeit des Opfers führt. Wenn Sie sowohl Personalausweis als auch Pass mitnehmen, so sollten Sie stets nur einen der beiden Ausweise mit sich führen, um sich im Falle eines Raubes weiterhin ausweisen zu können! Da die Taxipreise relativ gering, kann man sich abends ohne finanziellen Ruin heimfahren lassen.
Als vor einiger Zeit die Geldscheine verschiedener europäischen Länder auf Drogenrückständen untersucht wurden, wurde ein außergewöhnlich hoher Wert bei spanischen Geldscheinen festgestellt. Der Drogenkonsum wird in Spanien nicht als verwerflich gesehen. Tatsächlich gibt es auch in Barcelona eine große Drogenszene mit allen Problemen, die sich daraus ergeben. Passen Sie also auf, wenn Sie zu Fiestas unbekannter Leute mitgenommen werden!
Die Müllentsorgung ist in Barcelona mittlerweile vorbildlich. Der Müll wird getrennt und jede Nacht leert die Müllabfuhr die in den Straßen geparkten großen Container, in die man täglich den Hausmüll entsorgt. Zusätzlich ist tagsüber ein Schwarm gelb gekleideter Arbeiter unterwegs, die den Kleinmüll von der Straße picken. Außerdem werden fast alle Straßen der Innenstadt mit Wasserstrahl gereinigt.
In Barcelona kann man unheimlich viel erleben. Die Sprachschulen geben sich Mühe, den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Wer einige Vorsichtsmaßnahmen beherzigt, wird in Barcelona viel Spaß haben! Da die meisten Sprachschüler einzelnd anreisen, findet man in den Sprachschulen schnell Anschluss verbringen. Es hat einen gewissen Reiz, gemeinsame Aktionen mit so vielen Leuten aus den unterschiedlichsten Ländern zu unternehmen. Außerhalb der Sprachschule wird übrigens fast ausnahmslos Englisch gesprochen, weil das die Sprache ist, die alle einigermaßen beherrschen.
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